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Boppard (ca. 16.000 Einwohner) liegt am oberen Mittelrhein, dem Abschnitt des Rheins, der seit 2002 zum Weltkulturerbe der UNESCO gehört.

Der Bopparder Stadtwald ist mit einer Fläche von 43,6 km² der zweitgrößte in Rheinland-Pfalz.

Erste Siedlungsspuren lassen sich durch einen Lagerplatz der Federmesser-Kultur (ca. 13.000 Jahre vor Heute) archäologisch nachweisen.

Im Zuge der Eroberung Galliens durch Cäsar und der anschließenden römischen Besiedlung des linksrheinischen Gebiets Gründung des Vicus Baudobriga (Bodobriga, Bontobrica) am Eingangsbereich zum Mühltal. Der Name ist keltischen Ursprungs, weshalb anzunehmen ist, dass es vorher oder auch gleichzeitig keltische Besiedlung gab. Im 4. Jahrhundert erfolgte der Bau des römischen Kastells Bodobrica. Nach Abzug der Römer erfolgte 643 die erste urkundliche Erwähnung der Stadt im frühen Mittelalter. Boppard war fränkischer Königshof und Verwaltungszentrum des Bopparder Reiches. Bis 1309 war Boppard freie Reichsstadt und wurde oft von den deutschen Königen aufgesucht, die dann im sogenannten Königshof residierten. Der Königshof lag am Ende des Mühltals am Rhein. 1309 und 1312 verpfändete Heinrich VII. Boppard mit dem Umland an seinen Bruder Erzbischof Balduin von Trier. Dieser musste die Stadt 1327 aber erst mit Waffengewalt unterwerfen. Damit gehörte die Stadt zum Kurfürstentum Trier. 1497 fand der Bopparder Krieg statt: Der Kurfürst von Trier belagerte mit 12.000 Soldaten die Stadt als Machtdemonstration im Streit mit Kaiser Maximilian I. Im Dreißigjährigen Krieg verlor Boppard ein Drittel seiner Einwohner. Schwedische Truppen unter dem Rheingrafen Otto Ludwig besetzten am 18. Januar 1632 Boppard. Im Pfälzischen Erbfolgekrieg (1688–1697) konnte 1689 der Überfall französischer Truppen abgewehrt werden.

Im Polnischen Thronfolgekrieg überfielen 1735 französische Truppen unter General de Court Boppard. Die neue kurfürstliche Stadtordnung von 1789 sollte den Einfluss des Kurfürsten stärken. Doch schon 1794 besetzten französische Revolutionstruppen die Stadt, die von da an 20 Jahre französisch war. Durch den Wiener Kongress 1815 wurde die Stadt mit dem linken Rheinufer bis Bingerbrück Preußen zugesprochen. Seit 1947 ist der Ort Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz.

 

20 vor Christus errichteten die Römer das Kastell Bodobriga, nachdem die Kelten dort bereits gesiedelt hatten. Unter den Hohenstaufen war Boppard freie Reichs- und Hansestadt und galt als Mittelpunkt im Rheinischen Städtebund von 1240 bis 1400. Heute blüht dort der Fremdenverkehr und es gibt viel aus denkwürdigen Zeiten zu sehen und zu erkunden.

Hierzu gehören Reste des spätromanischen Kastells, die kurtrierische Burg, die spätromanische Severuskirche aus dem 13. Jahrhundert mit zwei Türmen, die Karmeliterkirche des 14. Jahrhunderts und viele Reste früherer, römischer Befestigungen.

 

Über drei Kilometer erstreckt sich die Rheinanlage.

Viele hundert Kilometer Wanderwege verlaufen im Bopparder Stadtwald und seinen Ortsteilen. Die Hunsrückbahn beginnt mit ihrer Strecke, von der Talstation Boppard hinauf auf die Höhen des Hunsrücks. Ihre Verlauf gehört zu einer der steilsten und reizvollsten Gebirgsstrecken Deutschlands.

Zu einer weiteren Attraktion gehört ein Besuch des Aussichtspunktes "Vierseenblick", von dem man einen weiten Überblick über die größte Rheinschleife der Welt und seine Umgebung genießen kann.

 

Viele Sehenswürdigkeiten, Feste, Veranstaltungen und Feierlichkeiten laden zu einem erlebnisreichen Aufenthalt nach Boppard und seinen Stadtteilen ein.

Boppard unterteilt sich in zehn Ortsbezirke, die mit Ortsbeiräten und Ortsvorstehern vertreten sind:

 

Boppard

Bad Salzig (Kurort, Indikationen: Magen-, Darm-, Leber-, Galle- und Stoffwechselkrankheiten, auch Anschlußheilbehandlungen)

Buchholz (Gewerbegebiet Hellerwald)

Herschwiesen (barocke Pfarrkirche St. Pankratius)

Hirzenach (romanische Pfeilerbasilika aus dem 11. Jh., mit ältestem gotischen Chor Deutschlands)

Holzfeld

Oppenhausen

Rheinbay

Udenhausen (Wichtige Personen: Norbert Roos (Schmiedewirt))

Weiler (der Legende nach Geburtsort Kaiser Ottos III.)

 

Boppard ist geprägt vom Weinbau (im Jahr 643 erstmals urkundlich nachgewiesen) und mit 64 Hektar bestockter Rebfläche ist es die größte Weinbaugemeinde des Mittelrheins. Kultiviert werden die Rebsorten Riesling, Rivaner und Spätburgunder. Gemeinsam mit zahlreichen Festen (Wein- und Hoffeste, Kirmesen, Rheinuferfest, Zwiebelmarkt) und historischen Sehenswürdigkeiten (römische Kastellmauern aus dem 4. Jahrhundert, romanische Severus-Kirche, gotische Karmeliterkirche, Alte Burg (Boppard) aus dem 14. Jahrhundert) bildet der Weinbau die Grundlage für den Tourismus.

 

Boppard ist bekannt für den sehr guten Rheinwein und ist ein touristischer Anziehungspunkt mit vielen Beherbergungs- und Gastronomie-Betrieben. Von Boppard aus fahren Ausflugsschiffe auf dem Rhein zur Loreley und nach Rüdesheim entlang des schönsten Abschnitt des gesamten Rheintales mit vielen sehenswerten Burgen wie die feindlichen Brüder, Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg auf der gegenüberliegenden Rheinseite.

 

Boppard ist verkehrstechnisch an die linke Rheinstrecke (Köln–Mainz) und an die Hunsrückbahn (Boppard–Emmelshausen) angeschlossen. Die Stadt Boppard hat sechs Bahnhöfe (Hauptbahnhof, Boppard Süd, Boppard-Buchholz, Boppard-Hirzenach, Boppard-Bad Salzig, Boppard Fleckertshöhe). Es halten täglich zwei Inter-City Züge von und nach Frankfurt/Main im Bopparder Hauptbahnhof.

 

Römische Kastellmauer

In der Nähe des Marktplatzes befindet sich der Römerpark mit Ruinen der römischen Kastellbefestigung aus dem 4. Jahrhundert n. Chr.

Mittelalterliche Stadtmauer

Die römischen Kastellmauern wurden auch im Mittelalter weiter genutzt. Im 14. Jahrhundert erweiterte man die Stadt im Westen (Niederstadt) und Osten (Oberstadt) und umgab die neuen Stadtteile jeweils mit einer Stadtmauer mit Türmen. Trotz vieler Verluste sind noch zahlreiche Reste der mittelalterlichen Stadtmauer zu sehen.

St.-Severus-Kirche

Am Marktplatz befindet sich die auf Fundamenten eines römischen Militärbades errichtete spätromanische St.-Severus-Kirche (1236). Bei Ausgrabungen unter St. Severus wurden Reste einer frühchristlichen Kirche des 6. Jahrhunderts mit einer schlüssellochförmigen Kanzelanlage (Ambo) und einem Taufbecken gefunden. Vergleichbare Piszinen (Bäder) sind in Köln, England, Spanien, Italien und Südfrankreich zu finden.

Kurfürstliche Burg

Am Rhein befindet sich die von dem Trierer Kurfürsten Balduin von Luxemburg erbaute Alte Burg. Heute beherbergt sie das Städtische Museum.

Karmeliterkirche

Kirche aus dem 14. und 15. Jahrhundert, ehemals die Klosterkirche des gleichnamigen Klosters (Gründung 1265). Reichhaltige Ausstattung mit Grabdenkmälern, Chorgestühl und Totenschilden.

Kloster Marienberg

Das Kloster wurde bereits um 1120 gegründet. Nach einem Brand erbaute man das gesamte Kloster von Grund auf neu (1738). Das größte Kulturdenkmal des Rhein-Hunsrück-Kreises befindet sich zur Zeit in einem sehr schlechten Zustand

Adelshöfe

Im Mittelalter lebten zahlreiche Adelsfamilien in der Stadt. Einige der Wohnhäuser sind erhalten geblieben: Ritter-Schwalbach-Haus (15. Jahrhundert), Eltzer Hof (1566 und 1738), Templeraus (im Kern aus dem 13. Jahrhundert) und Reste des Hofes der Boos von Waldeck.

Die steilste Eisenbahnstrecke (Adhäsionsbahn) Deutschlands ist die Hunsrückbahn von Boppard nach Emmelshausen. Sie gilt auch als eine der landschaftlich schönsten Strecken von Rheinland-Pfalz. Der Zug bewegt sich auf dieser imposanten Steilstrecke über zwei Viadukte und durch fünf Tunnel (bis Buchholz). Vom Haltepunkt Fleckertshöhe führt eine Wanderstrecke zum Fernmeldeturm auf der Fleckertshöhe, die eine weite Aussicht auf die Rheinhöhen und ins Rheintal bietet.

Auf der Fleckertshöhe befindet sich bei 7° 36' 17" östlicher Länge und 50° 11' 11" nördlicher Breite eine Sendeanlage für UKW, TV und Richtfunk der Deutschen Telekom AG. Der Hauptantennenträger dieser Anlage ist von recht eigenartiger Konstruktion. Er ist als 121 Meter hoher Hybridturm mit Stahlfachwerkunterbau ausgeführt.

Oberhalb von Boppard bietet sich ein sehr schöner Blick auf das Mittelrheintal. Bekannt ist auch der Vierseenblick vom Vierseenblicklift, einem Sessellift. Es sieht so aus, als bestünde das Rheintal aus vier Seen. Tatsächlich kommt dies dadurch zustande, dass die Rheinschleife an bestimmten Stellen verdeckt wird. Vom nahe gelegenen Gedeonseck hat man einen schönen Ausblick auf die Rheinschleife. 2006 wurde im Bereich Gedeonseck/Vierseenblick der Mittelrhein-Klettersteig eröffnet. In einen Rundkurs werden elf Kletterpassagen überwunden.

Auf der rechten Rheinseite sind die feindlichen Brüder (Burg Liebenstein und Burg Sterrenberg) und das Kloster Kamp-Bornhofen beliebte Ausflugsziele.

Es wird "Bubberder Platt" gesprochen. Die Ortsbezirke verfügen über eigene Dialekte. Diese gehören noch gerade zur Gruppe der Moselfränkischen Dialekte, die eng mit dem Luxemburgischen verwandt sind. Verwandtschaften mit dem Rheinischen und Hessischen sind ebenfalls hörbar. Außerdem lassen sich im "Bubberder Platt" auch vereinzelt jiddische Einflüsse feststellen, da in Boppard bis zur NS-Zeit eine recht große jüdische Gemeinde lebte. Südlich von Boppard läuft die Bopparder Linie, die Sprachgrenze zwischen Korf (nördlich) und Korb (südlich).

Alljährliche finden Veranstaltungen statt, die von vielen Gästen aus nah und fern besucht werden. Hierzu gehören:

Schwerdonnerstag bei den Weilerer Möhnen

Närrischer Abendumzug der KG Schwarz-Gold Baudobriga 1955 e. V. am Karnevalssonntag um 18:11 Uhr durch die Innenstadt

Mittelrheinischer Weinfrühling (Weinfest entlang der Weinbergswege im Bopparder Hamm, letzter Sonntag im April)

Bopparder Mai (zahlreiche Veranstaltungen und kleine Feste Mitte Mai)

Bälzer Kermes (Kirmes, Pfingsten)

Mittelrhein-Marathon von Oberwesel bis Koblenz im Juni

Rheinuferfest (Drittes Wochenende im Juli)

Niedersburger Kirmes (erster Sonntag im August, Kirmes der Oberen und Unteren Niedersburger Nachbarschaften)

Rhein in Flammen (Start des Schiffskonvois der über 80 Personenschiffe im Bopparder Hamm am zweiten Samstag im August)

Weinkost (kleines Weinfest im Innenhof der Burg, an einem Wochenende im August)

Quetsche-Kirmes in Bad Salzig (Anfang September)

Zwiwwelsmat (Zwiebelmarkt, zweiter Mittwoch und Donnerstag im September)

Weinfest (letztes Wochenende im September und erstes Wochenende im Oktober)

Sommerfest der Freiwilligen Feuerwehr am ersten Septemberwochenende

Quelle: Wikipedia, Stand 20.08.2008