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Bad Salzig, der Kur- und Erholungsort ist der größte Ortsteil von Boppard mit ca. 2.700 Einwohner. Es befindet sich direkt unterhalb des Rheinhöhen - Ortes Weiler. Der Kurort ist das einzige Mineralheilbad am Mittelrhein und bietet einen herrlichen Ausblick auf die Burgen Sterrenberg und Liebenstein, im Volksmund auch als die "Feindlichen Brüder" bezeichnet. Nur wenige hundert Meter vom Rhein entfernt, befindet sich in einem nach Westen hin verlaufenden Seitental die Mittelrhein-Klinik Bad Salzig. Ein zum Klinkbereich gehörender weitläufiger Kurpark lädt zu einem erholsamen Spaziergang ein. Aufgrund der nur wenige Kilometer stromaufwärts gelegen "Loreley" mit den angrenzenden Burgen Maus, Katz  und Rheinfels, lädt der Ort regelrecht zum verweilen ein. Neben vielen Möglichkeiten von  Schifffahrten auf dem Rhein, der Mosel und der Lahn, sollte eine Fahrt mit der Hunsrück auf der Bahnlinie Boppard - Buchholz - Emmelshausen quer durch den Bopparder Stadtwald, mit zwei Viadukten, fünf Tunnels und herrlichen Ausblicken zum Bestandteil eines Aufenthalts gehören

Das Bad Salzig als Mineralheilbad bekannt ist, hat es der Initiative des aus Ostpreußen stammenden Hauptmann Theodor Hoffmann zu verdanken, der in den Jahren 1902 und 1905 die Barbaraquelle und die Leonorenquelle erbohren ließ. Seitdem sprudelt hier aus 446 Meter Tiefe das Heilwasser einer kohlesäurehaltigen, alkalisch - muratischen Glaubersalzquelle. Seit 1925 führt Salzig auch offiziell den Titel "Bad" im Namen.

Bad Salzig liegt an der historischen Römerstraße, die entlang des Rheins von Mainz über Koblenz nach Köln verlief. Auf einem römischen Stationsverzeichnis von 215 taucht ein Ort Salissone auf, doch ist unklar, ob es sich dabei wirklich um das heutige Bad Salzig handelt. 1859 wurden zwei Meilensteine aus römischer Kaiserzeit (3. Jh.) aus dem Rhein gezogen, die sich heute im Rheinischen Landesmuseum in Bonn befinden.

Ein Ort namens Salzachu, genannt in einer Schenkungsurkunde von König Konrad I. an das Stift St. Ursula (Köln) (bestätigt von Hermann I., Erzbischof von Köln, 922) wird allgemein als erste urkundliche Erwähnung anerkannt.

In den nächsten Jahrhunderten blieben die Orte um Boppard frei, ehe sie durch König Heinrich VII. eingezogen wurden, der sie seinem Bruder, dem Erzbischof Balduin von Trier, 1327 übergab. Ende des 15. Jahrhunderts kam es zu erfolglosen Auflehnungen Salzigs gegen die Herrschaft des Kurfürstentums Trier.

Schaden durch Fremdherrschaft erlitt Salzig während des 30-jährigen Krieges (1618-1648), beim Einfall der Truppen Ludwigs XIV. in das Rheinland (1688/89) sowie in napoleonischer Zeit (1794-1814).

Nach dem Wiener Kongress 1815 fällt die Geschichte von Salzig im Allgemeinen mit derjenigen der preußischen Rheinprovinz zusammen. Im Besonderen ist als Markstein für die Entwicklung des Ortes die Eröffnung des Kurbetriebes 1907 von Bedeutung. Die salzig-schwefelhaltigen Quellen waren zwar schon seit dem 18. Jahrhundert bekannt, doch erst Hauptmann Theodor Hoffmann, der das Gelände 1899 erworben hatte, gelang es, sie aufzubohren. In 449 m Tiefe konnte nach mehreren Versuchen 28°C warmes Thermalwasser gewonnen werden. Den Zusatz "Bad" trägt Salzig aber erst seit 1925. Seit 2003 ist dem Initiator des Bades am Eingang zum Kurpark ein Denkmal gesetzt. Aus 446 m Tiefe sprudelt das Heilwasser der kohlensäurehaltigen, alkallisch-muratischen Glaubersalzquelle. Das Heilwasser ist zugleich Mineralquelle, Therme und Säuerling, nach der Begriffsbestimmung ein „Natrium-Chlorid-Hydrogencarbonat-Sulfat-Säuerling“.

Der Bau der Umgehungsstraße Bundesstraße 9 im Jahre 1968 verbesserte die touristische Qualität des Ortskerns durch Entlastung vom Durchgangsverkehr. Im gleichen Jahr wurde Bad Salzig auch in die Rheinschifffahrt Köln-Düsseldorfer eingebunden. 1975 wurde es Stadtteil von Boppard.

Die neogotische Pfarrkirche St. Ägidius, erbaut 1901 unter Verwendung älterer Bausubstanz, geht auf Vorläuferbauten zurück, die bis ins 10. Jahrhundert zurück datiert werden können. Der Schutzpatron, Ägidius von St. Gilles ist als Holzskulptur aus dem 14. Jahrhundert auf dem Hochaltar mit seinem charakteristischen Attribut, der Hirschkuh, vertreten. Das rechte der drei spätgotischen Glasfenster im Chor stellt ebenfalls den Nothelfer mit dem Tier dar. Auch die beiden anderen Chorfenster (links: Taufe Christi im Jordan, Mitte: Christus zwischen zwei Engeln) stammen aus der gleichen Zeit.

Der Kurpark mit historischem Baumbestand und Promenadenwegen, Kurhaus und Park-Hotel erstreckt sich weitläufig am oberen Ortsrand; im Sommer finden Konzertveranstaltungen statt.

Der Weinbau an diesem Abschnitt des Mittelrheins ist seit dem Mittelalter bekannt. Während die bekannten Steillagen des Bopparder Hamms (80 % Riesling) Weine erstklassiger Qualität hervorbringen, die regelmäßig prämiert werden, hat sich der Weinbau rund um Salzig nach den Zerstörungen, die die Einschleppung der Reblaus im 19. Jahrhundert mit sich brachte, nicht mehr erholt. Ende des 18. Jahrhunderts hatte ein Inventar des Kurfürstentums Trier über 400.000 Rebstöcke ausgezählt. Ein Koblenzer Weinhandelshaus hatte sowohl Weiß- als auch Rotwein aus Salzig im Angebot. Die Rebsorten sind nicht mehr nachvollziehbar.

Umgestiegen wurde auf Obstanbau, insbesondere Kirschen. In den Jahren 1948-1960 fand einmal jährlich ein traditionelles Blütenfest mit Blütenkönigin und Umzügen statt. Auch heute noch ist die Kirschblüte im Frühjahr rund um den Ort eine touristische Attraktion. Auf den vom Kurbezirk ausgehenden Wanderwegen durch die Kirschplantagen sind die verwitterten Begrenzungsmauern der einstigen Rebhänge noch erkennbar.

Quelle Wikipdia, Stand 20.08.2008