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Sankt Goar liegt im Herzen des Mittelrheintals in unmittelbarer Nähe zur Loreley. Die nächsten größeren Städte sind Koblenz, Luftlinie ca. 24 km nördlich und Bingen am Rhein, Luftlinie ca. 25 km südöstlich. Sankt Goar ist mit einer Fähre mit der Schwesterstadt Sankt Goarshausen auf der rechten Rheinseite verbunden.

Schon in römischer Zeit war das Gebiet besiedelt. Der frühmittelalterliche Name war Wochara, nach dem hier in den Rhein mündenden kurzen Bach. Um 520 ließ sich der spätere Namensgeber Goar, der aus Aquitanien stammte, hier innerhalb der terminatio Wasaliacinse (Amt Oberwesel) nieder. Er war wohl kein Missionar (die Bevölkerung war seit 2 Jahrhunderten christlich, zumindest pro forma), sondern hatte eine hohe Funktion (Aufsicht über den Verkehr auf dem und über den Rhein), als welcher er eine kleine Kirche und ein Hospiz errichtete. Nach seinem Tod um 575 wurde dann das Grab Goars zur Wallfahrtsstätte. 765 überließ Pippin der Jüngere das Hospiz dem Abt der Benediktinerabtei Prüm in der Eifel, Asver, zum persönlichen Benefizium. 782 übertrug Karl der Große das ehemalige Königsgut der Benediktinerabtei Prüm. 820 schenkte Ludwig der Fromme Prüm, bzw. St. Goar, ein großes Waldgebiet, das innerhalb der ‘‘fisci‘‘ (Ober)wesel und Boppard liegt, und das später das "Amt Rheinfels" wird.

Ab 1190 stand die Stadt unter militärischem Schutz und der Gerichtsbarkeit des Grafenhauses von Katzenelnbogen, den Klostervögten, die den Besitz an sich bringen. Im Jahr 1245 erbaute Graf Diether V. von Katzenelnbogen die Burg Rheinfels. Durch den Tod des letzten Grafen von Katzenelnbogen, Philipps des Älteren 1479 fiel St. Goar an die Landgrafschaft Hessen. Am 1. November 1527 begann der spätere Theologieprofessor Adam Krafft im Auftrag des hessischen Landgrafen Philipp des Großmütigen die Reformation einzuführen. 1567 wurde mit dem Tode Philipps I. die Landgrafschaft Hessen unter seine vier Söhne aufgeteilt. Sein jüngster Sohn, Philipp II. von Hessen-Rheinfels, erhielt die Niedergrafschaft Katzenelnbogen, also auch Burg und Stadt. 1580 fielen der Pest in St. Goar 175 Personen zum Opfer; nur 18 Jahre später, 1598, abermals 142. 1635, mitten im Dreißigjährigen Krieg, raffte die Pest über 200 Personen hinweg.

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In Folge des anhaltenden Rechtsstreits zwischen Hessen-Kassel und Hessen-Darmstadt über die Aufteilung der Landgrafschaft Hessen ließ letztere mit Hilfe kaiserlicher Truppen Rheinfels und St. Goar im Sommer 1626 mehrere Wochen lang belagern, was schließlich zur Kapitulation und anschließenden Plünderung der Stadt durch spanische Truppenteile führte. Zwischen 1626 bis 1647 gehörte St. Goar zu Hessen-Darmstadt. 1647 eroberten die Truppen der Landgräfin Amalie Elisabeth von Hessen-Kassel Burg Rheinfels und die Stadt. Am 14. April 1648 trat dann Landgraf Georg II. von Hessen-Darmstadt die Niedergrafschaft Katzenelnbogen mit St. Goar „auf ewige Zeiten“ an Hessen-Kassel ab.

Während nun Hessen-Kassel reichsrechtlich die Landeshoheit behielt, fiel die Herrschaft über die Grafschaft Niederkatzenelnbogen an Landgraf Ernst, der am 30. März 1649 seinen Einzug in St. Goar hielt und die Linie Hessen-Rheinfels-(Rotenburg) gründete. Landgraf Ernst regierte bis zu seinem Tode 1693 auf Burg Rheinfels, seinem Residenzschloß, als religiös toleranter, geistig höchst interessierter Herrscher, der wesentlich zum wirtschaftlichen Aufschwung der Stadt St. Goar beitrug, die unter den Folgen des Dreißigjährigen Krieges zu leiden hatte. 1692 während des Pfälzischen Erbfolgekrieges Belagerung von Burg und Stadt durch zuletzt 28.000 Franzosen. Auch der letzte Sturmversuch wird abgeschlagen. 1711 wurde nach Erbauseinandersetzung Landgraf Wilhelm von Hessen-Wanfried die Landgrafschaft Hessen-Rheinfels zugesprochen, er nannte sich Wilhelm von Hessen-Rheinfels. Der Kaiser übertrug ihm auch 1718 die Burg. 1731 beerbte Chistian von Hessen-Wanfried (genannt seit 1711 von Hessen-Eschwege) die Landgrafschaft Hessen-Rheinfels mit Burg. Die Burg wurde 1735 endgültig an Hessen-Kassel abgetreten. 1755 nach dem Tod von Christian 1755 fiel die Landgrafschaft an Hessen-Rotenburg. 1794 wurde die Festung kampflos an französische Revolutionstruppen übergeben und 1796/97 in großen Teilen gesprengt. Bis 1813 stand sie unter französischer Verwaltung.

1815 kam die Burg in preußischen Besitz und Sankt Goar wurde Kreisstadt. Nach dem Ersten Weltkrieg war die Stadt zeitweise wieder französisch besetzt. Auch im Zweiten Weltkrieg war Sankt Goar betroffen. Mitte März 1945 erreichten Truppenverbände der US-Armee St. Goar, dessen Besatzung und Verwaltung Anfang Juli an Frankreich übergeben wurde. Seit 1947 ist die Stadt Teil des neu gegründeten Landes Rheinland-Pfalz. Mit der Verwaltungsreform 1969 erfolgte die Auflösung des Kreises St. Goar und Zuordnung zum Rhein-Hunsrück-Kreis mit Sitz in Simmern. 1972 wurde die Stadt St. Goar in die Verbandsgemeinde St. Goar-Oberwesel mit Sitz in Oberwesel eingegliedert.

Quelle Wikipedia